Die Hammond XK-7 ist eine moderne, digitale Orgel, die sich konsequent an den Eigenschaften klassischer Hammond Tonewheel-Orgeln orientiert. Besonderes Augenmerk legt Hammond auf die authentische Nachbildung der elektromechanischen Klangerzeugung, des Spielgefühls und der charakteristischen Nebeneffekte historischer Instrumente. Kernstück ist die neue VEM-Klangerzeugung (Virtual Electro Mechanical), die sowohl elektrische als auch mechanische Eigenschaften der Originale modelliert.

Ein wesentliches Merkmal der XK-7 ist die neu entwickelte 6L-Waterfall-Tastatur. Jede Taste besitzt sechs Kontaktpunkte, wodurch das Spielverhalten klassischer Hammond-Orgeln sehr präzise reproduziert wird. Hammond bezeichnet dies als Multi-Contact-System. Dadurch reagieren Töne unterschiedlich auf leichte oder schnelle Anschläge, ähnlich wie bei den originalen elektromechanischen Kontaktsystemen.
Besonders Organisten, die Techniken wie schnelle Glissandi, Ghost Notes oder typische „Hammond-Schmierer“ spielen, profitieren von dieser aufwendigen Kontaktarchitektur. Die Tastatur verfügt über 73 Tasten, wovon 61 zum Spielen nutzbar sind. Die ersten zwölf farblich invertierten Tasten sind für den schnellen Aufruf von Presets vorgesehen.
Die XK-7 verwendet die neue Virtual Electro Mechanical Engine (VEM). Sie bildet die physikalischen und elektrischen Prozesse einer echten Tonewheel-Orgel nach. Zu den modellierten Komponenten gehören Tonewheels und deren mechanisches Verhalten, Spannungsschwankungen innerhalb der Schaltung bei Mehrtonspiel, Leakage (Übersprechen benachbarter Tonräder), Tonrad-Unrundheiten mit Lautstärkeschwankungen, Wow & Flutter durch mechanisches Spiel der Tonradantriebe und Impedanzänderungen und Interaktionen zwischen Drawbars und Verstärkerstufen.
Besonders bemerkenswert ist die detailreiche Modellierung der legendären AO-28 Röhrenvorstufe sowie des zugehörigen Matching-Transformators. Dadurch entstehen die typische Sättigung, Kompression und Wärme alter Hammond-Orgeln. Neben den klassischen Hammond-Sounds bietet die XK-7 zusätzlich Transistor-Kombi-Orgeln aus Italien, Großbritannien und Japan sowie Pfeifenorgel-Klänge mit 40 frei kombinierbaren Registerstimmen.
Die Percussion gilt als eines der wichtigsten Klangmerkmale klassischer Hammond-Orgeln und wurde in der XK-7 gezielt überarbeitet. Hammond hat sowohl die Hüllkurven (Envelope) als auch die Trigger-Punkte neu entwickelt, um das Verhalten historischer Instrumente möglichst exakt nachzubilden. Mit den vier Schaltern Percussion On/Off, Third Harmonic, Fast Decay und Volume Soft hat man direkten Zugriff auf die klangprägenden Parameter, die insbesondere durch den markanten Attack-Sound, in Jazz-, Rock- und Gospel-Hammond-Sounds auffallen.
Die XK-7 punktet mit einer umfangreichen wie auch flexiblen Effektsektion. Der Leslie-Simulator ist eine digitale Weiterentwicklung des bekannten Leslie-Effekts. In der hier vorliegenden Version modelliert der Effekt zusätzlich Schallreflexionen innerhalb des Leslie-Gehäuses, Luftströmungen und Rotationsverhalten, unterschiedliche Mikrofontypen und veränderbare virtuelle Mikrofonpositionen. Dadurch lässt sich das Klangbild von subtilen Jazz-Sounds bis hin zu aggressiven Rock-Sounds anpassen. Zusätzlich steht ein echter 11-poliger Leslie-Anschluss für originale Leslie-Kabinette zur Verfügung.
Die beiden Hammond-typischen Effekte Vibrato und Chorus stehen in gewohnt hervorragender Qualität zur Verfügung. Unter EFFECT 1 finden sich die Algorithmen Tremolo, Wah-Wah, Ring Modulator und Compressor. Diese lassen sich wahlweise auf Upper-, Lower- oder beide Manuale anwenden. EFFECT 2 ist auf die Summe anwendbar und bietet die Effekte Auto-Pan, Phaser, Flanger und Chorus. Mit Delay und Reverb sind auch die räumlichen Effekte vertreten und zudem als eigenständige Effektprozessoren ausgeführt. Reverb kann vor oder nach dem Leslie-Effekt platziert werden, was erheblichen Einfluss auf die räumliche Wirkung hat.


Die rückseitigen Anschlüsse unterstreichen den professionellen Anspruch der XK-7. Ein 11-poliger Rundstecker ermöglichtden Anschluss eines Leslie Rotary-Lautsprechers. Die Audioausgänge werden mit einem Stereo Ausgangspaar, einem Kopfhörerausgang und einem zusätzlichen Bass- und Rotary-Ausgängen abgedeckt. Zur Steuerung des Instruments gibt es auf der Unterseite Anschlüsse für das XPK-250W Mk3 Pedalboard und die CU-1 Halfmoon Switch. Auf der Rückseite finden sich vier Eingänge für Fußpedale (EXP-100, Expression und 2x Switch). Mit MIDI In, Out und Pedal sowie USB MIDI ist auch die Kommunikation zu anderem MIDI-Equipment und von/zur DAW abgedeckt.


Hammond XK-7