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Das Ride Becken ist ein zentrales Schlagzeugbecken im Drumset und wird vor allem für gleichmäßige Grooves, rhythmische Patterns und klare Akzente eingesetzt. Es befindet sich meistens rechts neben dem Drumset und wird häufig mit der Spitze des Drumsticks gespielt, um einen definierten, tragenden Grundpuls zu erzeugen.
Ride Becken haben üblicherweise einen Durchmesser von 18 bis 24 Zoll. Besonders verbreitet sind Modelle mit 20" und 22", da sie eine ausgewogene Mischung aus Definition, Lautstärke, Sustain und Klangfülle bieten. Je nach Größe, Gewicht, Material und Verarbeitung kann ein Ride Becken sehr trocken, brillant, dunkel, warm, komplex oder besonders durchsetzungsstark klingen.
Im Gegensatz zu Crash Becken, die hauptsächlich für kurze Akzente genutzt werden, ist das Ride Becken für wiederkehrende rhythmische Figuren ausgelegt. Es hilft dabei, den Groove stabil zu halten und dem Song Struktur zu geben. Deshalb spielt es in vielen Stilrichtungen wie Rock, Pop, Jazz, Blues, Funk, Metal und Fusion eine wichtige Rolle.
Ein klassisches Ride Becken erzeugt beim Anschlag einen klaren, definierten Ton, der häufig als Ping beschrieben wird. Dieser Ping entsteht besonders deutlich, wenn das Becken mit der Stickspitze auf der Spielfläche gespielt wird. Je nach Modell bleibt der Ton trocken und kontrolliert oder entwickelt mehr Obertöne und Sustain.
Ein weiterer wichtiger Klangbereich ist die Bell, also die Kuppe des Beckens. Sie liefert einen helleren, direkteren und oft besonders durchsetzungsfähigen Sound, der sich gut für Akzente, Breaks und markante rhythmische Figuren eignet. Gerade in Rock, Funk, Metal und lauten Live-Situationen ist eine klare Bell-Ansprache ein entscheidendes Kriterium.
Auch der Wash spielt eine wichtige Rolle. Damit ist der schwebende, breitere Klanganteil gemeint, der entsteht, wenn das Becken stärker angespielt wird oder mehr mitschwingt. Jazz- und Blues-Drummer bevorzugen häufig Ride Becken mit mehr komplexem Wash und dunkleren Obertönen, während Rock- und Pop-Drummer oft zu Modellen mit stärkerem Ping, höherer Lautstärke und kontrollierterem Sustain greifen.
Das passende Ride Becken hängt vom individuellen Spielstil, der Bandlautstärke und dem gewünschten Klangcharakter ab. Für ein vielseitiges Setup ist ein 20" oder 22" Ride Becken mit mittlerem Gewicht oft eine gute Wahl. Es bietet genügend Definition für klare Grooves, bleibt aber musikalisch genug für dynamisches Spiel und verschiedene Genres.
Wer ein Ride Becken für Rock, Pop oder Metal sucht, sollte auf einen präsenten Ping, eine klare Bell und gute Durchsetzungskraft achten. Schwerere und brillant verarbeitete Modelle liefern häufig mehr Lautstärke, mehr Projektion und einen kontrollierteren Klang. Beispiele für solche Klangrichtungen sind Serien wie Paiste Signature Ride, Zildjian A Custom Ride oder vergleichbare moderne Rock-Rides.
Für Jazz, Blues, Soul oder akustische Musik sind häufig leichtere, dünnere und dunkler abgestimmte Ride Becken interessant. Sie reagieren sensibler auf dynamisches Spiel, bieten mehr Obertöne und erzeugen einen weicheren, komplexeren Wash. Dadurch fügen sie sich organischer in leisere Ensembles und detailreiche Arrangements ein.
Auch das Material beeinflusst den Klang deutlich. Ride Becken aus B20-Bronze klingen meist wärmer, komplexer und obertonreicher. B8-Bronze wirkt oft heller, direkter und fokussierter. Handgehämmerte Modelle können besonders individuell und vielschichtig klingen, während maschinell gefertigte Becken häufig eine sehr gleichmäßige Ansprache bieten.
Zu den bekanntesten Herstellern von Ride Becken gehören Zildjian, Sabian, Meinl, Paiste und Fame. Jede Marke bietet verschiedene Serien für unterschiedliche Klangvorstellungen, Spielweisen und Budgets. Deshalb lohnt es sich, nicht nur nach Größe und Preis, sondern auch nach Klangcharakter, Material und musikalischem Einsatzbereich zu wählen.
Zildjian ist unter anderem für Serien wie A Custom, K Custom und K Sweet bekannt, die von hell und modern bis dunkel und komplex reichen. Sabian bietet mit Serien wie HHX und AAX vielseitige Ride Becken für Studio, Bühne und Live-Situationen. Meinl steht mit den Byzance Rides für handgehämmerte Klangvielfalt, während Paiste mit der legendären 2002 Serie besonders brillante und durchsetzungsstarke Sounds bietet.
Auch Fame B20 Ride Becken sind eine interessante Wahl für Drummer, die einen warmen, musikalischen Sound zu einem attraktiven Preis suchen. Die aus B20-Bronze gefertigten und traditionell verarbeiteten Becken bieten eine große Klangtiefe und eignen sich für viele Einsatzbereiche von Probe über Studio bis Bühne.
Das ideale Ride Becken sollte zum eigenen Spielgefühl passen und den Groove zuverlässig tragen. Wer viel Wert auf klare Definition legt, wählt ein Modell mit prägnantem Ping und kontrolliertem Sustain. Wer mehr Atmosphäre und Tiefe sucht, findet in dunkleren, dünneren oder handgehämmerten Ride Becken oft die musikalischere Lösung.