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Celli

Das Violoncello - Akustisch und Elektrisch

Das akustische Violoncello, - oder früher auch 'kleine Bassgeige' genannt - wurde nach 1535 in Norditalien entwickelt und gehört zu einer Instrumentengattung, die sich parallel zur Gambenart entwickelte. Hier spielte Antonio Stradivari eine große Rolle, da er das Cello nach den Vorlagen Andrea Amatis weiterentwickelte, indem er die Bauform etwas verkleinerte und somit die heutigen Maße für das Cello festlegte. Während das Instrument zu Zeiten des Barock nur von den Beinen gehalten wurde, wird das Cello in moderner Form zwischen den Beinen und auf dem sogenannten Stachel auf dem Boden abgestützt. In der Klassik entwickelte sich das Violoncello im Gegensatz zu seiner bisherigen Rolle als begleitendes Generalbass-Instrument dann erstmals zum vollwertigen Soloinstrument. Dementsprechend existiert heute eine Vielzahl großartiger Solisten, wie z.B. Yo-Yo Ma oder Sol Gabetta, die mit ihren eindrucksvollen Interpretationen klassischer und romantischer Stücke wahre Meilensteine gesetzt haben. Im moderneren Bereich des Crossover sind mit dem kroatischen Cellisten-Duo 2Cellos hervorragende Talente wie Stjepan Hauser und Luka Šulić zu nennen, während die Rockgruppe Apocalyptica eindrucksvoll beweist, dass das Cello auch im Kontext des Metal seinen berechtigten Platz findet. Die Bezeichnung 'kleine Bassgeige' für das Cello stammt aus den frühen Anfängen der Instrumentengeschichte und wird nur noch sehr selten verwendet. Heute etabliert ist die allgemein bekannte Bezeichnung Violoncello – oder kurz: Cello.

Heutzutage ist auch vermehrt das elektrische Violoncello auf Bühnen und in Studios zu sehen. Das E-Cello setzt in der Regel weniger auf die akustische Eigenresonanz des Korpus, sondern überträgt den Klang über sogenannte Piezo-Tonabnehmer. Diese arbeiten nach dem Prinzip der Piezoelektrizität und leiten die Saitenschwingung – ganz im Stile einer akustischen Gitarre mit Tonabnehmer – über ein Instrumentenkabel an Verstärker, Mischpulte, Aufnahmegeräte wie Audio-Interfaces oder auch Effektgeräte weiter. Dadurch bietet das E-Cello nicht nur eine ungeheure Vielzahl nie dagewesener Klangmöglichkeiten, sondern wird aufgrund seiner einfachen Konnektivität und kompakter Abmessungen auch gerne von Musikern auf Tour verwendet. Das elektrische Cello kann unverstärkt aufgrund seiner geringen Eigenresonanz auch problemlos nachts zum Üben verwendet werden, ohne dem Nachbarn den Schlaf zu rauben. An berühmten Bauformen sind in diesem Bereich die innovativen Modelle von NS Design zu nennen, während Yamaha mit den Silent Cellos ein vielfältig einsetzbares Sortiment elektrischer Celli anbietet.

Wie viele Saiten hat das Cello?

Das Cello hat, wie fast alle Streichinstrumente, vier Saiten, die in der Regel im Quintenabstand gestimmt sind. Die gebräuchliche Stimmung ist hierbei C-G-D-A. Der Merksatz zum Stimmen des Cello lautet Cellisten Glauben Dir Alles.

Wie groß ist das Cello und gibt es das Cello auch in unterschiedlichen Größen?

Ja, das Cello gibt es auch in unterschiedlichen Größen. Um auch den jüngsten Einsteigern die ersten Schritte am Instrument zu ermöglichen, wird das Cello in vielen verschiedenen Baugrößen angeboten. So beträgt die 4/4-Korpusgröße für Jugendliche und Erwachsene beim Cello 75 cm, während die 3/4-Größe mit 690 mm Korpusgröße bereits im Alter von ungefähr 7 bis 8 Jahren gespielt werden kann. Hierbei wird die optimale Größe in der Regel jedoch nicht am Alter, sondern an der Armlänge des angehenden Cellisten bemessen. Für noch jüngere Einsteiger gibt es weitere Baugrößen, welche sich dann sogar bis zum 1/16-Cello stufenweise verkleinern.

Welchen Tonumfang hat das Cello?

Das Cello ist am ehesten mit der Tenor-Stimmlage zu vergleichen, der höchsten gebräuchlichen Herrenstimme in der Vokalmusik. Aufgrund des großen Griffbretts schafft das Cello einen unheimlich großen Tonumfang. So geht es vom tiefen C2 als leer gegriffene C-Saite bis zum hohen dreigestrichenen g''', wodurch dem Cello ein weitaus größerer Tonumfang als der menschlichen Stimme zur Verfügung steht.

Wer hat das Cello erfunden?

Die Erfindung des Cello war ein Prozess, an dem viele Instrumentenbauer beteiligt waren. Ursprünglich hat sich das Instrument aus der Familie der Viola da Braccio entwickelt. Andrea Amati legte die äußerliche Form schließlich fest, jedoch fand sein Schüler, Antonio Stradivari, das Cello Amatis zu groß und baute es etwas kleiner. Wirklich durchsetzen konnte sich das Cello gegenüber den größeren und voluminöseren Bassgeigen durch die Einführung mit Metalldraht umsponnener Saiten, wodurch das Cello trotz seiner kleineren Baugröße die für damalige Instrumenten-Ensembles benötigte Lautstärke und Klarheit erzeugen konnte.

Aus welchen Bestandteilen ist das Cello gearbeitet?

Das Cello ist wie alle Streichinstrumente aus fast 300 Teilen gearbeitet. Aufgrund der Vielzahl an Bestandteilen, die verbaut sind, können hier nur die relevantesten genannt werden. Die Decke ist traditionell aus Fichte gefertigt, während der Boden und der Zargenkranz, sowie der Hals in den meisten Fällen aus Ahorn besteht. Besonders gemaserter Riegelahorn oder auch Vogelaugenahorn zählen hierbei zu den hochwertigeren Hölzern. Das Griffbrett besteht, genau wie der Ober- und der Untersattel zur Saitenauflage, zumeist aus Ebenholz, welches sich durch seine besondere Dichte auszeichnet und sich im Gegensatz zu weicheren Hölzern auch nach langjährigem Gebrauch nicht durch den Kontakt mit den Saiten abnutzt. Die Saiten werden unten in den Saitenhalter gehängt und oben in die Wirbel gespannt, worüber auch die Stimmung der einzelnen Saiten definiert wird. Diese werden daher ebenfalls aus hartem Ebenholz gefertigt und in den Wirbelkasten gesteckt, wo sie durch Reibung die Spannung halten.

Was ist beim Cello spielen zu beachten?

Es ist äußerst wichtig, dass man während des Cellospiels eine bequeme Sitzhaltung findet und einhält. Das bedeutet, dass der Stuhl die richtige Größe haben sollte, welche sich nach Körpergröße und der Länge der Beine unterscheidet. Eine beliebte Übung hierbei ist, sich zunächst bewusst ohne Cello in lockerer, jedoch aufrechter Haltung auf den Stuhl zu setzen und diese, wenn das Cello dazukommt, beizubehalten. Dies sorgt für eine sichere Grundhaltung, die langfristig eine komfortable Spielposition ermöglicht. Um das Cello in all seinen klanglichen Facetten und den hierfür benötigten Spieltechniken zu erlernen, ist es durchaus empfehlenswert, Unterricht bei einem Cellolehrer zu nehmen, der einem das richtige Spiel von Grund auf vermittelt.

Was ist das „perfekte“ Alter um Cello zu lernen?

Das „perfekte Alter“ zum Erlernen des Cello gibt es nicht. Während einige Cellisten empfehlen, das Instrument ab einem Alter von etwa 7 bis 9 Jahren mit der 1/2- bzw. 3/4-Baugröße zu erlernen, legen andere Pädagogen auch schon mit den kleinsten Schülern im Alter von etwa 4 Jahren an der 1/4- oder sogar der 1/8-Größe los. Dieser frühe Beginn stellt bei entsprechender Förderung eine Möglichkeit dar, bereits in jungen Jahren den Grundstein für virtuoses Cellospiel zu legen.

Jedoch ist es in keinster Weise ein Hindernis, das Instrument erst im Erwachsenenalter zu erlernen. Egal, ob Sie 40, 50 oder 80 sind: Das Cello kann in jedem Alter begonnen und erlernt werden!

Was brauche ich, um mit dem Cellospiel loszulegen?

Wer in die Welt des Cellospiels eintauchen möchte, braucht eigentlich nicht viel, um direkt loslegen zu können. Neben dem Instrument in angemessener Baugröße wird natürlich ein passender Bogen zum Streichen der Saiten benötigt. Damit das auch funktioniert, müssen die Haare des Bogens vorher mit Bogenharz, oder auch Kolofonium genannt, eingerieben werden. Dies gibt dem Bogen die benötigte Haftreibung, um überhaupt einen Ton erzeugen zu können. Speziell am Anfang stellt ein Stimmgerät eine ungemeine Erleichterung dar, um das Cello richtig stimmen zu können Als weiteres nützliches Zubehör für das Cello können sogenannte Parkettschoner oder Stachelgummis verwendet werden. Diese hindern das Instrument nicht nur am Verrutschen, sondern schützen auch den Zimmerboden vor unerwünschten Beschädigungen durch den Stachel. Nicht zuletzt ermöglicht ein robustes und wasserabweisendes Gigbag oder Etui den sicheren Transport zum Unterricht oder zur Probe. Diese sind meist so konzipiert, dass Instrument, Bögen und alles benötigte Zubehör platzsparend verstaut werden kann und überall und jederzeit griffbereit ist.

Speziell für Einsteiger und Fortgeschrittene bieten wir mit unseren Cellogarnituren in verschiedenen Baugrößen aufeinander abgestimmte Sets, die alles Notwendige für einen gelungenen Start am Cello vereinen!