Valeton GP-5 Multi-Effects PedalEigentlich muss man schreiben: "Für den Preis ein absoluter Hammer"
Wenn man ein bisschen ins Detail geht, ist nicht alles so super wie es im Netz präsentiert wird. Ein Anfänger wird sicher sagen, es klingt toll. Mit Erfahrung kann man es aber durchaus differenzierter bewerten:
Die Bedienung über die App finde ich sehr gelungen, macht Spass.
Mit externen IRs bekomme ich gute Zerrsounds hin. Die internen gehen so.
Im Prinzip reicht es ja wenn man 2-3 annehmbare Amps findet. Und das ist auch mit den NAM Profilen durchaus möglich.
Die Effekte sind leider von hörbar minderer Qualität. Die Zerrer sind ok, ein zwei Delay- und Hall Settings kriegt man auch hin. Was gar nicht geht sind die Pitcheffekte. Völlig unbrauchbar. Nicht mal der Oktaver klingt.
Die Modulationsabteilung ist auch eher begrenzt tauglich. Phaser und Chorus eher aufdringlich. Vibe geht.
Das hört sich jetzt negativer an als ich es wollte :-)
Insgesamt überwiegt für mich das Positive. Ich bekomme meine 4 Grundsounds hin, die ich benötige und sie reichen zum Proben oder als Live Backup auch aus. Der Kemper klingt besser, klar. Aber nicht 25 mal besser. In Kombination mit einem Mvave chocolate plus durchaus einsetzbar. Und es passt alles ins Gigbag, das ist toll.
Die Möglichkeiten des Einsatzes gepaart mit dem Ultra kleinen Formfaktor machen den GP5 unschlagbar. Es gibt fast nichts, was der Kleine im Bereich digital modelling nicht kann. Dabei klingt er wunderbar. Welten besser als jeder Zoom Multieffektprozessor, mit denen meine Generation groß geworden ist. Ich habe auch den Tonemaster Pro. Klar kann der mehr und klingt besser, kostet aber auch das 20 Fache.
Zu einer spontanen Jamsession, oder auf einen kleinen Gig, würde ich dem GP5 mitnehmen. Ich bin mehr als begeistert.
Mega Features für den Preis. Sounds sind OK, manche Amp Models sind richtig gut gelungen. Mein Favourite war der Mesa Boogie Lonestar, die Gainstruktur ist prima getroffen.
Aber die Latenz geht gar nicht für mich. Laut Specs sind es nur 6 ms, aber beim Spielen fühlt es sich wie ein Slapback-Echo an. Sehr unangenehm für meinen Geschmack, und viel schlechter als mein zwei Jahrzehnte alter Modeling-Amp, von meinen Plugins am Rechner ganz zu schweigen.
Manchen scheint das nix auszumachen, für mich ist das leider ein No-Go. Da muss ich dann wohl doch zur teureren Alternative bei den Modeling-Minipedalen greifen.
Nach längerer Wartezeit bekam ich das GP-5 und war sehr gespannt. Nun Verstärker habe ich ein paar ausprobiert, clean klingen sie seit weit über zehn Jahren schon gut, verzerrt je nach den recht ordentlichen Cabsims auch.
Nur die Effektsektion ... wer hat denn das programmiert. Der Chorus (es gitb nur zwei) klingt mit angezerrter Gtarre wie ein Phaser, kein Mix Regler, unbrauchbar.
Beim Echo fiel mir auf, dass der Mix Regler linear und nicht logarithmisch arbeitet. Schon bei 8 war das Echo recht laut, Feindosierung unmöglich.
Bass sollte man damit auch spielen können, nur hat die EQ nur Modelle mit festen Bändern und nicht Semiparametrik zu bieten. Allgemein ist die Zahl der Effekte sehr überschaubar und alle mit zu geringen Einstellmöglichkeiten.
Das kann mein 10 Jahre alter Line 6 Ampflifi TT besser und auch mein uraltes Digitech RP355.
Bedienung per App gut wie bei o.g. Geröten, ansonsten halt Gefummel.
Geht zurück, Retoure natürlich kein Problem.