
Die Legend One bringt das authentische Spielgefühl klassischer Tonewheel‑Orgeln in ein modernes, kompaktes Instrument. Mit seiner TMT‑Klangengine reproduziert er das
Dank HDS‑Sampling liefert der Legend
Mit Rotary‑Simulation, 14 Effekten, 108 Presets und umfangreichen Edit‑Optionen lässt sich jeder Sound präzise formen. Drei External Zones machen den Legend
Ob Bühne, Studio oder Worship – der Legend


Viscount Legend ONE 61Nachdem plötzlich mein alter Hammond Clone (modifizierte Viscount DB3) den Geist aufgab, musste recht schnell eine Lösung gefunden werden. Ich hatte mein Budget auf max 2000 € gesetzt und so lief die Entscheidung auf Viscount Legend One 61 vs. Nord Electro 61 hinaus. Da es mir ausschließlich um die Orgel Sektion ging (benutze die Orgel zusätzlich zu einem Stage Piano) hatte recht schnell die Viscount gewonnen.
Da ich persönölich der Meinung bin, dass 70% des Hammond Sounds von der Zerre und besonders vom Leslie abhängen sind die Sound-Unterschiede in Punkto Orgel "pur" ja grundsätzlich eher gering. Obwohl ich einen Ventilator 1 einsetze und diese Qualität gewohnt bin, hat mich der Leslie Effekt der Viscount deutlich mehr überzeugt als der des Nord. Insbesondere die sehr detailierten Einstellmöglichkeiten in Punkto Geschwindigkeit und Beschleunigen und Abbremsen des Rotors und der Trommel (jeweils getrennt!) machen es möglich, mit der Viscount quasi seinen eigenen Lieblings-Leslie-Sound zu basteln und diesen zu speichern. Außerdem hat mir persönlich die Tastatur der Viscount viel besser gefallen. Sie repetiert gut und es lässt sich einfach gut bespielen.
Das Bedienkonzept ist wie bei vielen Keyboards zu 70% selbsterklärend, die restlichen 30% muss man sich dann noch mühsam per englischer Anleitung erschließen. Die Anleitung ist umfangreich aber eher mittelgut.
Neben den Orgel Sounds gibt es quasi als Zugabe auch Klaviere, E-Pianos, Synths etc. diese sollte man eher als Beigabe verstehen, sie sind aber durchaus brauchbar und es sind Split- und Layer Sounds möglich. Bei den E-Piano Sounds ist allerdings das Nord klar besser.
Letzendlich spiel ja auch das Auge mit und die Viscount sieht mMn einfach schicker und "neutraler" aus.
An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank an Erkan für die sehr nette und kompetente Beratung!
18 Zugriegel (zzgl. 2 für Pedal) und ein Traum an Rotary, da kann nicht nur laut und "Vollgas", sondern auch sehr filigran und leise gespielt werden. Die Orgelsounds sind absolut top; die Grenze setzt eher das Lautsprechersystem. Zum einen ist Stereo sehr zu empfehlen, damit die Rotary Simulation räumlich rüberkommt, zum anderen wird halt bei Bass 16 und String 16 Head Room benötigt, sonst wummert und verschwimmt der Klang - gut, wer Orgel kennt, kennt das.
Wie bei Hammondorgeln ist die Legend ONE 61 zunächst kein Stage Piano, wo dann teils sehr gute Orgeln implantiert wurden (vgl. Nord u.a.), sondern hier ist eine Orgel, die drei (inkl. Pedale) weitere Zones hat. Und da hat mich dann echt überrascht, auf welchem Niveau die weiteren Sounds sind. Klar, Piano u.a. nur mit Samples ist nicht top of the range, aber sehr durchsetzungsfähig und wenn man Sounds aus Zone 1 und Zone 2 samt den feinen Effekten mischt, kommt da viel Brauchbares heraus, zumal die Klänge "nahtlos" gespielt werden können. Was ich auch nicht erwartet hätte, sind die tollen Synthisounds (vom Charakter sehr warm), die über die Zugriegel bedient werden, was echten Gewinn in Sachen Workflow bedeutet. Apropos Workflow: Das Instrument ist schon intuitiv, aber es bedarf bei der Komplexität eines solchen Instrumentes doch seine Zeit, bis es intuitiv gespielt werden kann.
Zum Abschluss noch ein paar Dinge, die bei anderen Mitwerbern oft nicht vorhanden sind:
Strom: Kaltstecker...
Kopfhöreranschluss vorne.
Zahlreiche Anschlüsse für Pedale, wie EXP, Foot CTRL, Dampfer, Foot SW und Rotary SW - das sind alles keine Spielereien, sondern wunderbare Kreativwerkzeuge.
Haptik: Metall und Holz und dazu eine wunderbare Waterfall Tastatur.
Kurzum, für mich ist das Legend ONE 61 nicht nur eine perfekte Ergänzung zu meinen Stagepianos (Roland FP 90X und Numax Piano 73), sondern auch eine sehr feine und leicht zu transportierende standalone Lösung.
Und ja, Aftertouch wäre fein gewesen;) - weil eben eine Stage Orgel mehr ist als eine Orgel.
Gleichwohl tip top Instrument - nicht nur aufgrund des vergleichsweise niedrigen Preises.
Übrigens: Das Crumar Mojo 61 Bag passt wunderbar.