Ein Baukasten für Elektronik-Sounds
Den satten Grundsound erzeugt der Proton mit zwei Oszillatoren, die mit überblendbaren Wellenformen ausgestattet sind. Genauer gesagt hat man die Wahl, ob man die Wellenformen überblenden oder umschalten will; in beidem Fällen wird PWM geboten, was je nach Wellenform zu spektakuläreren Ergebnissen führt als man es bereits von der Rechteck-Wellenform her kennt. Zu jedem Oszillator gehört ein Suboszillator, der eine Oktave unterhalb der Frequenz des Tongenerators läuft. Erfreulicher Weise kann jeder Suboszillator eine von vier Wellenformen haben, was das Klangspektrum deutlich aufwertet. Primär ist der Synthesizer monophon spielbar, der 2-stimmig paraphone Mode ermöglicht Duophone Klänge und Sounds mit notenweise sich abwechselnden Oszillatoren. Hardsync und ein Rauschgenerator vollenden die Möglichkeiten auf Oszillatorebene. Belässt man den Signalweg ungepatcht gelangt der Oszillatormix in das duale Multimode Filter. Die beiden resonanten Filter sind identisch aufgebaut und beherrschen die Charakteristiken Lowpass, Bandpass und Highpass. Mit einer Shift-Funktion kann jedem Filter eine eigene Modulationsquelle wie z.B. Velocity, ModWheel, Aftertouch oder LFO zugewiesen werden. Eine Besonderheit stellt hier zusätzlich der Filtermix dar, welcher das Filter-Routing stufenlos von parallel zu seriell verschiebt. Kurzum: mit zwei seriellen Bandpass-Filtern erhält man einer Phaser-artigen Sound, Filterungen im Korg MS-20 Stil sind auch möglich ohne den speziellen Charakter zu imitieren. Mit dem frei verwendbaren Wavefolder hat Behringer dem Proton einen klanglichen Leckerbissen spendiert. Der Wavefolder kann an beliebiger Stelle eingebaut werden und kommt am besten mit Sinus- und Dreieck-Wellenformen klar. Je nach Reglerposition variiert das Ergebnis zwischen ungewohnt organisch-metallischen und hart übersteuerten Wellenformen. Den Abschluss im Signalweg machen die beiden VCAs, die dank der doppelten Ausführung eine Abweichende Pegelkontrolle zwischen Filtermix und Filter 2 erlauben. Stereoklänge sind jedoch nicht möglich.